Bühne frei für die Spontanität: Ein Resümee zum ersten Impro-Wochenende im Kammersaal

Lachen, Lernen und das wunderbare Gefühl des Loslassens – am vergangenen Wochenende verwandelte sich der Kammersaal in eine lebendige Experimentierfläche für Schlagfertigkeit und Kreativität. Unter der fachkundigen Leitung der Theaterpädagogin Beatrize Beyer fand der erste Improtheater-Workshop in Einbeck statt, und das Echo der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war eindeutig: Dieses Format schreit nach einer Fortsetzung. Schon im Vorfeld war die Resonanz sehr erfreulich, sodass der Workshop mit 14 Personen schnell ausgebucht war. Dabei bildete sich eine wunderbar bunte Gruppe aus Menschen aller Altersklassen und mit ganz unterschiedlichen beruflichen Hintergründen. In der Runde der Teilnehmenden fanden sich auch vier erfahrene Laienschauspieler der im Kammersaal seit über 15 Jahren beheimateten Theatergruppen Amanti und Crème frech, die ihre Spielfreude direkt mit in den Ring warfen.

Bereits der Freitagabend machte deutlich, dass hier kein klassischer Frontalunterricht zu erwarten war. Beatrize Beyer verwandelte schon das gegenseitige Kennenlernen in eine erste handfeste Impro-Einheit. Statt trockener Vorstellungsrunden hieß es plötzlich: „Ich bin die atmende Anita“ oder „Ich bin der tierfreundliche Tobi“. Durch solche Alliterationen, die von jedem Teilnehmer zusätzlich pantomimisch untermalt wurden, saßen die Namen der Mitstreiter in Rekordzeit und das Eis war schon nach ein paar Minuten gebrochen. Es folgten spielerische Aufwärmübungen, die darauf abzielten, nicht nur den Körper und die Zunge zu lockern, sondern vor allem den Geist für das Unerwartete zu öffnen.

Der Samstag stand dann ganz im Zeichen der tiefergehenden Spielmechanik. In zahlreichen Übungen lernten die Teilnehmenden, was eine Impro-Show wirklich spannend macht und wie man einen Dialog lebendig hält. Die Devise lautete: Positiv denken, Konflikte im Aufbau vermeiden, Vorlagen des Partners dankbar annehmen und einfach mitgehen. Dass Improvisation auch viel mit Empathie zu tun hat, zeigte sich eindrucksvoll beim „Bus der Emotionen“. In dieser Übung mussten alle Teilnehmer kollektiv die Gefühlslage übernehmen, die jeder neu zusteigende Fahrgast mit in den Bus brachte. Es wurde deutlich, wie befreiend und humorvoll es sein kann, Emotionen radikal anzunehmen und darauf zu reagieren – eine Fähigkeit, die weit über die Theaterbühne hinaus im wahren Leben wertvoll ist.

Schon bald mündeten die Vorübungen in erste szenische Darstellungen, bei denen das „Publikum“ – also die jeweils zuschauenden Kursteilnehmer – Orte, Charaktere und Rahmenbedingungen vorgab. Ohne Netz und doppelten Boden entstanden so Momente voller Komik und Überraschung. In der abschließenden Feedbackrunde wurde klar, dass dieser Workshop allen Teilnehmenden und auch der Kursleiterin viel Freude bereitet hat. Die Teilnehmenden haben nicht nur viel gelacht, sondern auch das Vertrauen in die eigene Spontaneität gestärkt bzw. teilweise für sich auch erst entdecken dürfen. Der Tenor war einhellig: Es soll auf alle Fälle weitergehen mit dem Improtheater im Kammersaal. Wer nun Lust bekommen hat, sich der Gruppe von Impro-Noviz:innen in Einbeck anzuschließen, kann sich ganz unkompliziert über folgendes Formular bei uns melden. Wir freuen uns auf jedes neue Gesicht, das bereit ist, gemeinsam mit uns ins kalte Wasser der Kreativität zu springen.

Rückblick: Ein Jazz-Wochenende zwischen Esel, Neu Deli und Kammersaal

Einbeck hat am vergangenen Wochenende gezeigt, dass Jazz hier nicht nur ein zu Hause hat – und zwar durch die unaufgeregte, aber effektive Zusammenarbeit von Kultur im Esel, dem Kino Neu Deli und uns im Kammersaal. Es war eine stimmige Veranstaltungsfolte, die bewiesen hat, dass die kurzen Wege zwischen den Machern vor Ort den Jazzfreunden ein rundes Programm bescheren können.

Der Auftakt: Minimalismus und Klangräume

Den Anfang machte am Freitag mit dem dänischen Gitarrist Jakob Bro eine absolute Weltgröße bei Kultur im Esel. Wer technische Kabinettstückchen erwartete, wurde eines Besseren belehrt: Bros Stil lebt von Texturen, Klangfarben und dem bewussten Nutzen von Raum. Zusammen mit Thomas Morgan am Kontrabass und Joey Baron am Schlagzeug feierte er das zehnjährige Jubiläum seines Albums „Streams“. Die Musik war geprägt von klaren, langgezogenen Tönen, die eine fast schwebende Atmosphäre erzeugten. Es ging nicht um Selbstdarstellung, sondern darum, der Musik ihre eigene Richtung zu lassen – ein konzentrierter und atmosphärischer Start in das Wochenende.

Von der Bühne auf die Leinwand

Am Samstag wanderte das Geschehen ins Neu Deli. Mit dem Dokumentarfilm „Music for Black Pigeons“ lieferte das Kino die passende filmische Ergänzung zum Vorabend. Die Filmemacher Jørgen Leth und Andreas Koefoed haben Jakob Bro über 14 Jahre begleitet und dabei Einblicke in die Arbeitsweise und die Kameradschaft zwischen Musikern wie Bill Frisell oder Lee Konitz gegeben. Es war eine gute Gelegenheit, die Dynamik hinter den Kulissen zu verstehen, bevor es am Sonntag wieder live weiterging. Bevor der Film begann hat Filmvorführer Bernd Stellbogen dann schon mal mit dem Abspielen eines Musikvideos des Torkler-Bornstein-Duos auf der Kinoleinwand Lust und Laune darauf gemacht, im Anschluss an dieses Filmerlebnis dann das Jazzwochendende direkt im Anschluss an diesen Film beim Livekonzert im Kammersaal ausklingen zu lassen.

Torker Bornstein Duo auf der Kino-Leinwand des Neu Deli – Videocheck am Nachmittag vor Besuchereinlass

Der Abschluss: Das Torkler-Bornstein Duo im Kammersaal

Den Abschluss fand das Wochenende schließlich bei uns im Kammersaal mit dem Torkler-Bornstein Jazzduo. Das Zusammenspiel von Wolgang Torkler am Klavier und Rene Bornstein am Bass sorgte für einen entspannten Ausklang. Die Rahmenbedingungen passten: Unser Steinway & Sons Flügel wurde von Wolfgang Torkler gefeiert und auch die optische Komponente stimmte. Durch amberfarbene Spots und die dezent gedimmten Kronleuchter entstand eine Atmosphäre, die die Ruhe der Musik wunderbar unterstrich.

Das Wochenende hat deutlich gemacht, wie gut das Zusammenspiel der Veranstalter in Einbeck funktioniert. Wenn Kultur-im-Esel, das Neu Deli und der Kammersaal ihre Termine und Inhalte so abstimmen, entsteht für das Publikum ein echter Mehrwert. Es war eine solide, gut kuratierte Reihe, die Lust auf weitere gemeinsame Projekte dieser Art macht.

Special an diesem Abend: Die Meet5-Bianca in der ersten Reihe – vielen Dank für Deinen Besuch


Tanzen mit Herz und Verstand: TUTTI Kinderdisco begeistert im Kammersaal

Wenn der Kammersaal in der Langen Brücke in buntem Licht erstrahlt und die Bässe rhythmisch durch den Raum schwingen, dann ist wieder „TUTTI-Zeit“. Am Freitag, den 27. Feb. 2026 verwandelte der TUTTI Kinder- und Jugendkulturclub den Kammersaal Einbeck einmal mehr in einen modernen Partytempel für die jüngsten Kulturfans der Stadt. Dabei bewies die Veranstaltung, dass eine professionelle Lichtshow und ein sattes Soundsystem die perfekte Kulisse für einen unvergesslichen Nachmittag bieten.

Dass die Stimmung auch ohne extreme Lautstärke am Kochen ist, bewies DJ Tincho alias Martin Keil am Mischpult. Mit einem sicheren Gespür für die Musikwünsche der Kids sorgte er für eine volle Tanzfläche und beste Laune. Das Besondere an der TUTTI Kinderdisco bleibt dabei das aktive Miteinander: Die Eltern blieben nicht etwa am Rand stehen, sondern wurden als Moderatoren und Animateure direkt ins Geschehen eingebunden. Ob bei Klassikern wie „Macarena“ oder dem Mitmach-Hit „Das rote Pferd“ – die Erwachsenen fungierten als begeisterte Tanzanleiter und ließen sich von der Energie der Kinder anstecken. Und natürlich reihten sie sich auch in die traditionelle Polonaise mit ein, die dann bei strahlendem Sonnenschein sogar einen schlenker über die Lange Brücke machte.

Für die nötige Stärkung zwischen den Tanzeinlagen sorgte das bewährte Team aus ehrenamtlichen Eltern und dem Kulturteam um Angela Koll. Mit viel Liebe wurden frische Obstbecher, duftende Waffeln und knuspriges Popcorn zubereitet, dazu gab es eine Auswahl an leckeren Säften. Es ist genau diese Mischung aus ehrenamtlichem Engagement und der Mitgestaltung durch die Kinder, welche die Kinderdisco zu einem so lebendigen Highlight im Einbecker Veranstaltungskalender macht. Um dieses Gemeinschaftsgefühl dauerhaft zu unterstützen, haben alle Kinder die Möglichkeit, kostenlos dem TUTTI Kinder- und Jugendkulturclub beizutreten. Weitere Informationen zur Mitgliedschaft und zu den nächsten Terminen – dann mit der neuen Lautstärkeregelung – finden Interessierte online unter

www.kfe.team/tutti

Fotos: Annette Spieker / Spieker Fotografie


Bei einer Kinderdisco ist die Grenze zwischen „Partystimmung“ und „Gehörschaden“ leider oft schmaler, als man denkt. Kinderohren sind deutlich empfindlicher als die von Erwachsenen, da der Gehörgang kürzer ist und der Schalldruck dadurch stärker auf das Trommelfell wirkt.

Hier sind die Richtwerte und Tipps, damit die Party ohne bleibendes Klingeln in den Ohren endet:

Die empfohlenen Grenzwerte

In Deutschland gibt es für Veranstaltungen klare Orientierungswerte (meist nach DIN 15905-5). Für Kinderveranstaltungen gelten jedoch strengere moralische und gesundheitliche Maßstäbe:

Hintergrundmusik

60 – 70 dB – entspanntes Plaudern möglich. Kinderdisco (Ideal)

Kinder-Partystimmung

75 – 80 dB – Partystimmung, aber sicher für längere Zeit.

Absolute Obergrenze

85 dB – hier sollte Schluss sein. Ab diesem Wert gilt im Arbeitsschutz Gehörschutzpflicht.

Wichtig: Ein Anstieg um nur 3 dB bedeutet bereits eine Verdopplung der Schallintensität.

Was uns „nur ein bisschen lauter“ vorkommt, ist für das Ohr eine massive Mehrbelastung.

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So machen wir das….

Die 80-dB-Regel: Versuche, den Durchschnittspegel bei 80 dB zu deckeln. Das ist laut genug, um zum Tanzen zu animieren, aber leise genug, um die Ohren der Kleinen nicht zu überlasten.

Abstand halten: Der lauteste Punkt ist direkt vor den Lautsprechern. Wir sperren diesen Bereich ab und stellen die Boxen hoch (auf Stative), damit sie über die Köpfe hinwegstrahlen und nicht direkt in die Ohren der Kinder dröhnen.

Lärmpausen einlegen: zwischendurch unterhalten wir Euch mit Spielen ohne Musik oder drehe die Lautstärke für ein paar Lieder deutlich runter. Das Gehör braucht Regenerationsphasen.

Messung per App: Mit der App „Schallmessung“ messen wir permanent den Schalldruck und achten darauf, bei 80 Dezibel zu liegen.

Prävention: Wir halten stes auch bunte Schaumstoff-Ohrstöpsel bereit, falls es doch mal ein Kind gibt, das besonders empfindlich reagiert.