Total gefülltes Haus und tosendes Gelächter

Zu allen drei Aufführungen Theateraufführungen von Amanti war unser Kammersaal jeweils wieder einmal bis auf den letzte Platz besetzt. Aus gutem Grund: Das „junge Theater Einbeck“ mit dem Namen Amanti führte die Farce „Kein Platz für Liebe“ der britischen Autoren Anthony Marriot und Bob Grant auf. Das Ensemble begeisterte die Zuschauenden mit einer temperamentvollen, hinreißend gespielten Komödie, bei der das Gelächter kein Ende nehmen wollte.

Das Stück spielt im Lawns Hotel in England. Obwohl dieses Haus die besten Tage schon hinter sich hat, ist es voll ausgebucht: In der Nähe soll ein Orchester eine Aufführung darbieten, und die Musiker und Musikerinnen sind in diesem im Abwind befindlichen Haus untergekommen. Zu den Gästen gehört auch Dr. Garfield, der mit seiner Fachangestellten Michele ein erotisch vergnügliches Wochenende erleben möchte. Leider ist auch Ms Garfield unerwartet anwesend, was nicht ohne Konflikte ausgehen kann. Dieses Trio wird eindrucksvoll von Lukas Gebel, Bushra Khan und Marina Blumenberg dargestellt.

Clifford und Julie (großartig: Boi Krumwiede und Theres Golly) möchten ihre Flitterwochen im Hotel verbringen. Man ahnt schon – das klappt nicht so ohne Weiteres. Douglas, Flötist im Orchester (sehr dynamisch: Tobias Leuckefeld), kommt mit seiner Frau Evelyn, die dem Alkohol verfallen ist (herrlich besoffen: Lucy Maria Becker).

Das Hotelpersonal ist nicht weniger chaotisch als die Gäste. Der Manager Mourad und seine Frau Abigail (Olivier Mouane und Ramona Lachowicz  wahren gekonnt und überzeugend vergeblich ihre Haltung.) scheitern mit allen Bemühungen, tatkräftig aber stets verwirrend unterstützt von den Angestellten Albert und Megan (urkomisch und gewollt unkooperativ: Yannick Langefeld und Ivana Kreies).

Zwei Damen von der englischen AA versuchen, das Hotel zu bewerten, scheitern aber mit diesem Versuch (überzeugend: Shoba Müller-Mudali und Anastasia Knazev mit einem irrwitzigen Rutsch durch verdrehte Redensarten).

Für Soufflage und Technik sorgten, wie schon immer zuverlässig, Svenja Küster und Fabian Richter. Regisseur war der auch mit der Gruppe „Crème frech“ bekannte Theatermann Rolf-D. Bartels.

Das Publikum war vom ersten Moment an völlig hingerissen durch dieses Chaos-Stück und kam aus dem Lachen kaum heraus. Der Beifall wollte kaum enden. Noch eine Aufführung steht an, und zwar am Samstag, dem 14. Februar 2026, um 19 Uhr, im Kammersaal (Lange Brücke 1). Es sind (Stand 12. Feb.) noch 4 Plätze frei. Und wir sind uns sicher: auch diese werden in Kürze noch von Kultur- und Theaterfreund:innen reserviert worden sein.

Metamorphose an der Langen Brücke 1: Ein fulminanter Abschied der TangoBrücke und der furiose Start des neuen Kammersaals Einbeck

Es war ein Abend voller Emotionen, Musik und gelebter Solidarität, der das Ende einer Ära markierte – und gleichzeitig den Keim für etwas Neues legte. Das „Konzert- und Kulturhaus TangoBrücke“ verabschiedete sich Ende des vergangenen Jahres mit einem Benefizkonzert, das in die Annalen der Einbecker Kulturgeschichte eingehen wird. Doch wo ein Vorhang fällt, öffnet sich bereits der nächste: In einer rasanten Metamorphose ist aus der TangoBrücke innerhalb weniger Wochen der „Kammersaal Einbeck“ geworden.

Volles Haus zum Abschluss- und Benefizkonzert der TangoBrücke mit dem Duo John Poppyseed (rechts im Bild mit Hut) und Andreas Jaeger (links im Bild)

Das Abschlusskonzert unter dem Namen TangoBrücke hätte nicht passender besetzt sein können. Die Bühne gehörte zwei Musikern, die bereits im Vorjahr das Publikum verzaubert hatten: dem singenden Weltenbummler John Deppe und dem versierten Jazzgitarristen Andreas Jaeger. Mit rund 100 Besuchern war das Haus bis auf den letzten Platz gefüllt.

Die Stimmung im Saal oszillierte zwischen tiefer Faszination und ausgelassener Begeisterung. Wenn Andreas Jaeger seine technisch brillanten Jazz-Soli anstimmte, herrschte andächtige Stille, die nur Augenblicke später in kollektiven Chorgesang umschlug, sobald John Deppe mit seiner authentischen Straßenmusiker-Stimme Evergreens Billy Joels „Piano Man“ interpretierte. Mit Songs wie „In the Air Tonight“ von Phil Collins wurde die kongeniale Verbindung der beiden Musiker in ganz besonders packender Form erlebbar. Es war dieses magische Zusammenspiel aus akademischer Präzision und der rauen Freiheit der Weltmeere, das den Abend zu einem musikalischen Hochgenuss machte.
Der Erfolg spiegelte sich auch im „Blauen Hut“ und durch nachfolgende Überweisungen wider: Sensationelle 3.442 Euro kamen für die Schulbildung von Kindern im östlichen Uganda zusammen – ein beeindruckendes Zeugnis für die Großzügigkeit des Einbecker Publikums. Hinzu kamen noch die Übernahme einer Patenschaft und 212 Euro Erlöse aus dem Verkauf von Handarbeiten von Menschen aus Butiru. Martin Keil, der das Haus über 18 Jahre lang prägte, zeigte sich sichtlich bewegt: „Die TangoBrücke war eine wundervolle Reise. Dass wir dieses Kapitel mit einem so fulminanten Benefizabend abschließen konnten, ist ein Geschenk. Aber wir bleiben der Kultur an der Langen Brücke 1 treu – wir stellen uns nun noch einmal neu auf.“

Volles Haus zum 1. Konzert im Kammersaal Einbeck mit dem Vokalquintett Schall & Rauch aus Berlin

Die angekündigte „intensive Neuaufstellung“ erfolgte in einem Tempo, das selbst Insider überraschte. Innerhalb kürzester Zeit wurde nicht nur ein neuer Internetauftritt realisiert, sondern das gesamte Konzept geschärft. Aus der TangoBrücke wurde mit Beginn des Jahres 2026 der Kammersaal Einbeck.
Bereits Ende Januar wurde der „Testballon“ gestartet – und er stieg sofort in den siebten Kulturhimmel. Das erste Konzert im neuen Kammersaal war ebenso ausverkauft wie das Abschiedskonzert zuvor. Gut 100 Gäste fanden sich unter den bekannten goldenen Kronleuchtern ein, um das Vokalensemble „Schall und Rauch“ zu erleben. Die Atmosphäre war bemerkenswert ausgelassen: Man spürte förmlich die Erleichterung und Freude der Menschen darüber, dass die kulturelle Flamme an diesem geschichtsträchtigen Ort nun ohne Unterbrechung weiterbrennt.
Frische Impulse und Mitgestaltung
Die Metamorphose zum Kammersaal Einbeck ist jedoch mehr als nur ein Namenswechsel. Das Team rund um den neuen Kammersaal brennt darauf, frische Impulse in die Einbecker Innenstadt zu bringen. Neben den beliebten Kammerkonzerten wird das Programm deutlich diversifiziert. So soll im Kammersaal eine Szene für Improvisationstheater aufgebaut werden, und auch Kulturexkursionen stehen bereits auf der Agenda.
Ein zentraler Aspekt der Neuausrichtung ist die Partizipation. In regelmäßigen Abständen werden Kulturfreunde dazu eingeladen, sich aktiv an der Gestaltung des Programms zu beteiligen. Der Kammersaal soll ein lebendiger Kulturraum sein, der sich stetig mit seinen Besuchern weiterentwickelt und in dem Partizipation von Kulturfreunden gelebt wird.
„Wir nutzen die bewährte, familiäre Atmosphäre und paaren sie mit neuen, spannenden Formaten“, so die Vision für die kommenden Jahre. Die Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft ist gebaut – und der Kammersaal Einbeck lädt alle ein, diesen neuen Weg gemeinsam zu gehen.

Besten Dank an die Einbecker Morgenpost für die Veröffentlichung dieses Artikels!!