Musik als Brücke zwischen Kulturen: Konzertabend im Kammersaal bewegt nicht nur emotional rund 40 Schülerinnen und Schüler aus Polen und Deutschland

Im Rahmen der deutsch-polnischen Jugendbegegnung zwischen der IGS Einbeck und der Schule aus Twardogora wurde wie schon in den Vorjahren der Kammersaal zu einem Ort kultureller Nähe und emotionaler Begegnung. Auf der Bühne zu erleben waren zunächst zwei polnische Musiker. Am Klavier spielte Arthur Pacewicz auf und an der Geige war Boleslaw Zienkievicz zu erleben, dessen Tochter Wiktoria zu zwei Stücken auch noch die Querflöte mit ins Ensemble einbrachte. Das spannende Konzert entwickelte sich zu einem zentralen Moment der gesamten Begegnung. Es schuf Räume für Klang und Neugier. Auf dem Programm standen beispielsweise aus der klassischen Musikliteratur Stücken von Chopin, Smetana und Debussy. Ein echter Mitreißer war dann auch der experimenteller Teil des Konzertes, bei dem für das Publikum und die Musiker gänzlich unerwartet durch Martin Keil via Bluetooth-Box ein cooler Club-Beat auf die Bühne geworfen wurde und Artur Pacewicz spontan mit der rasend schnell gespielten Etude No. 4 von Chopin einstieg. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer aus Polen und Deutschland riss es hier von den Hockern. Klassik rocks!

Auch eine tolle Überraschung für alle im Kammersaal war, dass die Projektverantwortliche Lehrerin Theresa Lücking „spontan“ ihr Cello auf der Bühne fand und mit den Musikern auf der Bühne das Stück Una Mattina von Ludovico Einaudi spielte. Ein Stück, dass vielen im Publikum aus dem Film „Ziemlich beste Freunde“ bekannt war.

Für die Projektverantwortlichen war der Konzertabend weit mehr als ein kultureller Programmpunkt. Vielmehr verdichtete sich hier die grundlegende Idee des gesamten Austauschs: die Überzeugung, dass Kultur gegenseitiges Verständnis wachsen lässt und nachhaltige Verbindungen schaffen kann. Besonders die deutsch-polnische Beziehung trägt eine tiefe historische und gesellschaftliche Bedeutung in sich. Umso wichtiger ist es, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, diese Verbindung nicht nur theoretisch kennenzulernen, sondern aktiv und emotional zu erleben.

Mit Kunst und Musik wollen wir weiterhin Brücken bauen– zwischen Menschen, Kulturen und Zukunftsideen. Denn wer sich begegnet, kann verstehen. Und wer versteht, gestaltet Zukunft. Gefördert wurde die Deutsch-Polnische Begegnung von der ZuJuK Stiftung.


Weil’s so schön war – hier auch noch ein Rückblick auf das Konzert Spotkanie 2024:


Folgende Kulturangebote für die deutschen und polnischen Schüler:innen fanden am 21. April noch statt:


Gefördert wurde der Austausch von der ZuJuk Stiftung:

Zukunftsstiftung Jugend – Umwelt – Kultur

Der Zweck der Stiftung ist die Förderung der Jugend mit Schwerpunkt Umwelt und Kultur. Dies soll insbesondere durch solche Projekte erfolgen, die Kreativität, Eigeninitiative, Persönlichkeit und interkulturelle Toleranz von Jugendlichen fördern.

Wir danken der ZuJuK für die Förderung dieses Kulturtages im Rahmen internationalen Austausches der IGS Einbeck und der Partnerschule aus Twardogora in Polenam 21. April 2026

Rückblick: Ein Jazz-Wochenende zwischen Esel, Neu Deli und Kammersaal

Einbeck hat am vergangenen Wochenende gezeigt, dass Jazz hier nicht nur ein zu Hause hat – und zwar durch die unaufgeregte, aber effektive Zusammenarbeit von Kultur im Esel, dem Kino Neu Deli und uns im Kammersaal. Es war eine stimmige Veranstaltungsfolte, die bewiesen hat, dass die kurzen Wege zwischen den Machern vor Ort den Jazzfreunden ein rundes Programm bescheren können.

Der Auftakt: Minimalismus und Klangräume

Den Anfang machte am Freitag mit dem dänischen Gitarrist Jakob Bro eine absolute Weltgröße bei Kultur im Esel. Wer technische Kabinettstückchen erwartete, wurde eines Besseren belehrt: Bros Stil lebt von Texturen, Klangfarben und dem bewussten Nutzen von Raum. Zusammen mit Thomas Morgan am Kontrabass und Joey Baron am Schlagzeug feierte er das zehnjährige Jubiläum seines Albums „Streams“. Die Musik war geprägt von klaren, langgezogenen Tönen, die eine fast schwebende Atmosphäre erzeugten. Es ging nicht um Selbstdarstellung, sondern darum, der Musik ihre eigene Richtung zu lassen – ein konzentrierter und atmosphärischer Start in das Wochenende.

Von der Bühne auf die Leinwand

Am Samstag wanderte das Geschehen ins Neu Deli. Mit dem Dokumentarfilm „Music for Black Pigeons“ lieferte das Kino die passende filmische Ergänzung zum Vorabend. Die Filmemacher Jørgen Leth und Andreas Koefoed haben Jakob Bro über 14 Jahre begleitet und dabei Einblicke in die Arbeitsweise und die Kameradschaft zwischen Musikern wie Bill Frisell oder Lee Konitz gegeben. Es war eine gute Gelegenheit, die Dynamik hinter den Kulissen zu verstehen, bevor es am Sonntag wieder live weiterging. Bevor der Film begann hat Filmvorführer Bernd Stellbogen dann schon mal mit dem Abspielen eines Musikvideos des Torkler-Bornstein-Duos auf der Kinoleinwand Lust und Laune darauf gemacht, im Anschluss an dieses Filmerlebnis dann das Jazzwochendende direkt im Anschluss an diesen Film beim Livekonzert im Kammersaal ausklingen zu lassen.

Torker Bornstein Duo auf der Kino-Leinwand des Neu Deli – Videocheck am Nachmittag vor Besuchereinlass

Der Abschluss: Das Torkler-Bornstein Duo im Kammersaal

Den Abschluss fand das Wochenende schließlich bei uns im Kammersaal mit dem Torkler-Bornstein Jazzduo. Das Zusammenspiel von Wolgang Torkler am Klavier und Rene Bornstein am Bass sorgte für einen entspannten Ausklang. Die Rahmenbedingungen passten: Unser Steinway & Sons Flügel wurde von Wolfgang Torkler gefeiert und auch die optische Komponente stimmte. Durch amberfarbene Spots und die dezent gedimmten Kronleuchter entstand eine Atmosphäre, die die Ruhe der Musik wunderbar unterstrich.

Das Wochenende hat deutlich gemacht, wie gut das Zusammenspiel der Veranstalter in Einbeck funktioniert. Wenn Kultur-im-Esel, das Neu Deli und der Kammersaal ihre Termine und Inhalte so abstimmen, entsteht für das Publikum ein echter Mehrwert. Es war eine solide, gut kuratierte Reihe, die Lust auf weitere gemeinsame Projekte dieser Art macht.

Special an diesem Abend: Die Meet5-Bianca in der ersten Reihe – vielen Dank für Deinen Besuch


Tanzen mit Herz und Verstand: TUTTI Kinderdisco begeistert im Kammersaal

Wenn der Kammersaal in der Langen Brücke in buntem Licht erstrahlt und die Bässe rhythmisch durch den Raum schwingen, dann ist wieder „TUTTI-Zeit“. Am Freitag, den 27. Feb. 2026 verwandelte der TUTTI Kinder- und Jugendkulturclub den Kammersaal Einbeck einmal mehr in einen modernen Partytempel für die jüngsten Kulturfans der Stadt. Dabei bewies die Veranstaltung, dass eine professionelle Lichtshow und ein sattes Soundsystem die perfekte Kulisse für einen unvergesslichen Nachmittag bieten.

Dass die Stimmung auch ohne extreme Lautstärke am Kochen ist, bewies DJ Tincho alias Martin Keil am Mischpult. Mit einem sicheren Gespür für die Musikwünsche der Kids sorgte er für eine volle Tanzfläche und beste Laune. Das Besondere an der TUTTI Kinderdisco bleibt dabei das aktive Miteinander: Die Eltern blieben nicht etwa am Rand stehen, sondern wurden als Moderatoren und Animateure direkt ins Geschehen eingebunden. Ob bei Klassikern wie „Macarena“ oder dem Mitmach-Hit „Das rote Pferd“ – die Erwachsenen fungierten als begeisterte Tanzanleiter und ließen sich von der Energie der Kinder anstecken. Und natürlich reihten sie sich auch in die traditionelle Polonaise mit ein, die dann bei strahlendem Sonnenschein sogar einen schlenker über die Lange Brücke machte.

Für die nötige Stärkung zwischen den Tanzeinlagen sorgte das bewährte Team aus ehrenamtlichen Eltern und dem Kulturteam um Angela Koll. Mit viel Liebe wurden frische Obstbecher, duftende Waffeln und knuspriges Popcorn zubereitet, dazu gab es eine Auswahl an leckeren Säften. Es ist genau diese Mischung aus ehrenamtlichem Engagement und der Mitgestaltung durch die Kinder, welche die Kinderdisco zu einem so lebendigen Highlight im Einbecker Veranstaltungskalender macht. Um dieses Gemeinschaftsgefühl dauerhaft zu unterstützen, haben alle Kinder die Möglichkeit, kostenlos dem TUTTI Kinder- und Jugendkulturclub beizutreten. Weitere Informationen zur Mitgliedschaft und zu den nächsten Terminen – dann mit der neuen Lautstärkeregelung – finden Interessierte online unter

www.kfe.team/tutti

Fotos: Annette Spieker / Spieker Fotografie


Bei einer Kinderdisco ist die Grenze zwischen „Partystimmung“ und „Gehörschaden“ leider oft schmaler, als man denkt. Kinderohren sind deutlich empfindlicher als die von Erwachsenen, da der Gehörgang kürzer ist und der Schalldruck dadurch stärker auf das Trommelfell wirkt.

Hier sind die Richtwerte und Tipps, damit die Party ohne bleibendes Klingeln in den Ohren endet:

Die empfohlenen Grenzwerte

In Deutschland gibt es für Veranstaltungen klare Orientierungswerte (meist nach DIN 15905-5). Für Kinderveranstaltungen gelten jedoch strengere moralische und gesundheitliche Maßstäbe:

Hintergrundmusik

60 – 70 dB – entspanntes Plaudern möglich. Kinderdisco (Ideal)

Kinder-Partystimmung

75 – 80 dB – Partystimmung, aber sicher für längere Zeit.

Absolute Obergrenze

85 dB – hier sollte Schluss sein. Ab diesem Wert gilt im Arbeitsschutz Gehörschutzpflicht.

Wichtig: Ein Anstieg um nur 3 dB bedeutet bereits eine Verdopplung der Schallintensität.

Was uns „nur ein bisschen lauter“ vorkommt, ist für das Ohr eine massive Mehrbelastung.

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So machen wir das….

Die 80-dB-Regel: Versuche, den Durchschnittspegel bei 80 dB zu deckeln. Das ist laut genug, um zum Tanzen zu animieren, aber leise genug, um die Ohren der Kleinen nicht zu überlasten.

Abstand halten: Der lauteste Punkt ist direkt vor den Lautsprechern. Wir sperren diesen Bereich ab und stellen die Boxen hoch (auf Stative), damit sie über die Köpfe hinwegstrahlen und nicht direkt in die Ohren der Kinder dröhnen.

Lärmpausen einlegen: zwischendurch unterhalten wir Euch mit Spielen ohne Musik oder drehe die Lautstärke für ein paar Lieder deutlich runter. Das Gehör braucht Regenerationsphasen.

Messung per App: Mit der App „Schallmessung“ messen wir permanent den Schalldruck und achten darauf, bei 80 Dezibel zu liegen.

Prävention: Wir halten stes auch bunte Schaumstoff-Ohrstöpsel bereit, falls es doch mal ein Kind gibt, das besonders empfindlich reagiert.

Kammersaal Einbeck: Ein kulturelles Wohnzimmer für neue Ideen

Kammersaal Einbeck: Ein kulturelles Wohnzimmer für neue Ideen

Was macht ein Kulturhaus nach 18 Jahren erfolgreicher Arbeit? Es stellt sich mutig auf den Prüfstand. Unter dem Motto „Die Idee und wie man mit-entwickeln kann“ lud Martin Keil, Leiter des Kammersaals Einbeck, kürzlich dazu ein, sich zunächst die Gründe für den Neuanfang an der Langen Brücke 1 skizzieren zu lassen und dann gemeinsam in einer Art Brainstorming neuen Ideen für den Kulturraum zu entwickeln und dadurch die Weichen für die nächsten zwei Jahrzehnte an der Langen Brücke 1 zu stellen. Gekommen waren gut 25 Kulturfreunde, die nach dem kurzweiligen etwa 15 minütigen Begrüßungsvortrag von Martin Keil schnell angeregt ins Gespräch verfielen.

Vom Bewährten zum Aufbruch

Die Wandlung von der ehemaligen „TangoBrücke“ zum „Kammersaal“ ist mehr als nur ein Namenswechsel. Es ist ein Bekenntnis zur Vielfalt. Ganz klar ist, dass die Kammermusik ein Herzstück des Hauses bleibt – von Klassik bis Jazz –, doch der Blick weitet sich. In der Begrüßung durch Martin Keil wurde deutlich, dass das Haus ein Ort für alle Generationen und Genres werden soll. Ob Konzertfreunde, Tangotänzer, Improtheater-Begeisterte oder bildende Künstler: Sie alle eint der Wunsch nach einem „kulturellen Wohnzimmer“ mitten in der Einbecker Innenstadt.

Ein Ort der Mitmacher

Dass der Kammersaal bereits heute von bürgerschaftlichem Engagement lebt, zeigen Gruppen wie die Theaterformationen Amanti und Crème frech unter der Leitung von Dr. Rolf Bartels, die autarke Tangoszene oder die regelmäßigen Spieleabende. Diese Kultur des „Selbermachens“ bildete das Fundament für den kreativen Workshop-Teil des Abends. Ohne Schranken im Kopf wurden Wünsche auf Post-its gesammelt, die das enorme Potenzial des Hauses widerspiegeln.

Ein bunter Strauß an Visionen

Die gesammelten Ideen lassen auf ein lebendiges experimentelles Programmjahr 202 hoffen. Besonders laut wurde der Ruf nach Angeboten für Kinder: Von einem Kinder-Improtheater über Detektiv-Clubs bis hin zu Konzerten „von Kindern für Kinder“ zum Beispiel in Kooperation mit den Einbecker Musikschulen reichten die Vorschläge. Auch der Wunsch nach ungezwungener Geselligkeit im Kammersaal kam nicht zu kurz: Ein Getränkekühlschrank im Saal soll kurzfristig beschafft werden und Formate wie Tabletop-Rollenspiele, Bingo-Abende, ein Table Quiz oder ein „Cocktail Língua“ könnten das Haus in einen modernen Kultursalon verwandeln.

Die kreative Bandbreite reichte noch weiter: Handarbeits-Treffs unter den prächtigen Kronleuchtern, eine After-Christmas-Tauschbörse, eine Benefizauktion oder gar eine Dragqueen-Show wurden als wünschenswerte Angebote notiert. Auch Nischenthemen wie ein Philosophie-Café, Star-Abende über Ikonen wie Romy Schneider oder experimentelle Formate wie „Klangzeichnen“ fanden ihren Platz auf der Wunschliste.

Infrastruktur und Gastfreundschaft

Im Kontext der neuen Angebotswünsche blieb auch der Blick für die Realität geschärft. Ein Kulturraum braucht nicht nur eine schönen Einrichtung, sondern vor allem auch wechselnde Gastgeber, die für eine Willkommenskultur bei den verschiedenen Angeboten sorgen. Zudem steht die bauliche Modernisierung an: Die Pläne für barrierefreie Sanitäranlagen sind bis zur Antragsreife gediehen, benötigen aber für die Umsetzung noch Kraft und weitere Mitstreiter.

Fazit: Die Tür steht offen

Der Abend hat eines eindrucksvoll bewiesen: In Einbeck gibt es eine enorme Lust am Gestalten. Der Kammersaal versteht sich als offener Raum, in dem aus einer flüchtigen Idee ein festes Angebot erwachsen kann. Es sind die Menschen, die als Initiatoren und Macher auftreten, die das kulturelle Leben der Stadt bereichern.

Wer Lust hat, dieses „Wohnzimmer“ mitzugestalten oder als Gastgeber aktiv zu werden, ist herzlich willkommen. Die Zukunft an der Langen Brücke 1 hat gerade erst begonnen. Die Onlinepräsenz des Kulturraumes Kammersaal findet sich unter www.kammersaal.de

Annett Steinberg und Bernd Grupe, die als Vertreter des Vorstandes unseres Trägerverereins „Konzert- und Kulturfreunde Einbeck e.V.“ dem kreativen Entwicklungstreffen beiwohnten, merkten am Ende des Treffens an, dass ein solches Entwicklungstreffen eine Wiederholung erfahren sollte, worauf sie breite Zustimmung von allen Anwesenden ernteten.

Total gefülltes Haus und tosendes Gelächter

Zu allen drei Aufführungen Theateraufführungen von Amanti war unser Kammersaal jeweils wieder einmal bis auf den letzte Platz besetzt. Aus gutem Grund: Das „junge Theater Einbeck“ mit dem Namen Amanti führte die Farce „Kein Platz für Liebe“ der britischen Autoren Anthony Marriot und Bob Grant auf. Das Ensemble begeisterte die Zuschauenden mit einer temperamentvollen, hinreißend gespielten Komödie, bei der das Gelächter kein Ende nehmen wollte.

Das Stück spielt im Lawns Hotel in England. Obwohl dieses Haus die besten Tage schon hinter sich hat, ist es voll ausgebucht: In der Nähe soll ein Orchester eine Aufführung darbieten, und die Musiker und Musikerinnen sind in diesem im Abwind befindlichen Haus untergekommen. Zu den Gästen gehört auch Dr. Garfield, der mit seiner Fachangestellten Michele ein erotisch vergnügliches Wochenende erleben möchte. Leider ist auch Ms Garfield unerwartet anwesend, was nicht ohne Konflikte ausgehen kann. Dieses Trio wird eindrucksvoll von Lukas Gebel, Bushra Khan und Marina Blumenberg dargestellt.

Clifford und Julie (großartig: Boi Krumwiede und Theres Golly) möchten ihre Flitterwochen im Hotel verbringen. Man ahnt schon – das klappt nicht so ohne Weiteres. Douglas, Flötist im Orchester (sehr dynamisch: Tobias Leuckefeld), kommt mit seiner Frau Evelyn, die dem Alkohol verfallen ist (herrlich besoffen: Lucy Maria Becker).

Das Hotelpersonal ist nicht weniger chaotisch als die Gäste. Der Manager Mourad und seine Frau Abigail (Olivier Mouane und Ramona Lachowicz  wahren gekonnt und überzeugend vergeblich ihre Haltung.) scheitern mit allen Bemühungen, tatkräftig aber stets verwirrend unterstützt von den Angestellten Albert und Megan (urkomisch und gewollt unkooperativ: Yannick Langefeld und Ivana Kreies).

Zwei Damen von der englischen AA versuchen, das Hotel zu bewerten, scheitern aber mit diesem Versuch (überzeugend: Shoba Müller-Mudali und Anastasia Knazev mit einem irrwitzigen Rutsch durch verdrehte Redensarten).

Für Soufflage und Technik sorgten, wie schon immer zuverlässig, Svenja Küster und Fabian Richter. Regisseur war der auch mit der Gruppe „Crème frech“ bekannte Theatermann Rolf-D. Bartels.

Das Publikum war vom ersten Moment an völlig hingerissen durch dieses Chaos-Stück und kam aus dem Lachen kaum heraus. Der Beifall wollte kaum enden. Noch eine Aufführung steht an, und zwar am Samstag, dem 14. Februar 2026, um 19 Uhr, im Kammersaal (Lange Brücke 1). Es sind (Stand 12. Feb.) noch 4 Plätze frei. Und wir sind uns sicher: auch diese werden in Kürze noch von Kultur- und Theaterfreund:innen reserviert worden sein.

Metamorphose an der Langen Brücke 1: Ein fulminanter Abschied der TangoBrücke und der furiose Start des neuen Kammersaals Einbeck

Es war ein Abend voller Emotionen, Musik und gelebter Solidarität, der das Ende einer Ära markierte – und gleichzeitig den Keim für etwas Neues legte. Das „Konzert- und Kulturhaus TangoBrücke“ verabschiedete sich Ende des vergangenen Jahres mit einem Benefizkonzert, das in die Annalen der Einbecker Kulturgeschichte eingehen wird. Doch wo ein Vorhang fällt, öffnet sich bereits der nächste: In einer rasanten Metamorphose ist aus der TangoBrücke innerhalb weniger Wochen der „Kammersaal Einbeck“ geworden.

Volles Haus zum Abschluss- und Benefizkonzert der TangoBrücke mit dem Duo John Poppyseed (rechts im Bild mit Hut) und Andreas Jaeger (links im Bild)

Das Abschlusskonzert unter dem Namen TangoBrücke hätte nicht passender besetzt sein können. Die Bühne gehörte zwei Musikern, die bereits im Vorjahr das Publikum verzaubert hatten: dem singenden Weltenbummler John Deppe und dem versierten Jazzgitarristen Andreas Jaeger. Mit rund 100 Besuchern war das Haus bis auf den letzten Platz gefüllt.

Die Stimmung im Saal oszillierte zwischen tiefer Faszination und ausgelassener Begeisterung. Wenn Andreas Jaeger seine technisch brillanten Jazz-Soli anstimmte, herrschte andächtige Stille, die nur Augenblicke später in kollektiven Chorgesang umschlug, sobald John Deppe mit seiner authentischen Straßenmusiker-Stimme Evergreens Billy Joels „Piano Man“ interpretierte. Mit Songs wie „In the Air Tonight“ von Phil Collins wurde die kongeniale Verbindung der beiden Musiker in ganz besonders packender Form erlebbar. Es war dieses magische Zusammenspiel aus akademischer Präzision und der rauen Freiheit der Weltmeere, das den Abend zu einem musikalischen Hochgenuss machte.
Der Erfolg spiegelte sich auch im „Blauen Hut“ und durch nachfolgende Überweisungen wider: Sensationelle 3.442 Euro kamen für die Schulbildung von Kindern im östlichen Uganda zusammen – ein beeindruckendes Zeugnis für die Großzügigkeit des Einbecker Publikums. Hinzu kamen noch die Übernahme einer Patenschaft und 212 Euro Erlöse aus dem Verkauf von Handarbeiten von Menschen aus Butiru. Martin Keil, der das Haus über 18 Jahre lang prägte, zeigte sich sichtlich bewegt: „Die TangoBrücke war eine wundervolle Reise. Dass wir dieses Kapitel mit einem so fulminanten Benefizabend abschließen konnten, ist ein Geschenk. Aber wir bleiben der Kultur an der Langen Brücke 1 treu – wir stellen uns nun noch einmal neu auf.“

Volles Haus zum 1. Konzert im Kammersaal Einbeck mit dem Vokalquintett Schall & Rauch aus Berlin

Die angekündigte „intensive Neuaufstellung“ erfolgte in einem Tempo, das selbst Insider überraschte. Innerhalb kürzester Zeit wurde nicht nur ein neuer Internetauftritt realisiert, sondern das gesamte Konzept geschärft. Aus der TangoBrücke wurde mit Beginn des Jahres 2026 der Kammersaal Einbeck.
Bereits Ende Januar wurde der „Testballon“ gestartet – und er stieg sofort in den siebten Kulturhimmel. Das erste Konzert im neuen Kammersaal war ebenso ausverkauft wie das Abschiedskonzert zuvor. Gut 100 Gäste fanden sich unter den bekannten goldenen Kronleuchtern ein, um das Vokalensemble „Schall und Rauch“ zu erleben. Die Atmosphäre war bemerkenswert ausgelassen: Man spürte förmlich die Erleichterung und Freude der Menschen darüber, dass die kulturelle Flamme an diesem geschichtsträchtigen Ort nun ohne Unterbrechung weiterbrennt.
Frische Impulse und Mitgestaltung
Die Metamorphose zum Kammersaal Einbeck ist jedoch mehr als nur ein Namenswechsel. Das Team rund um den neuen Kammersaal brennt darauf, frische Impulse in die Einbecker Innenstadt zu bringen. Neben den beliebten Kammerkonzerten wird das Programm deutlich diversifiziert. So soll im Kammersaal eine Szene für Improvisationstheater aufgebaut werden, und auch Kulturexkursionen stehen bereits auf der Agenda.
Ein zentraler Aspekt der Neuausrichtung ist die Partizipation. In regelmäßigen Abständen werden Kulturfreunde dazu eingeladen, sich aktiv an der Gestaltung des Programms zu beteiligen. Der Kammersaal soll ein lebendiger Kulturraum sein, der sich stetig mit seinen Besuchern weiterentwickelt und in dem Partizipation von Kulturfreunden gelebt wird.
„Wir nutzen die bewährte, familiäre Atmosphäre und paaren sie mit neuen, spannenden Formaten“, so die Vision für die kommenden Jahre. Die Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft ist gebaut – und der Kammersaal Einbeck lädt alle ein, diesen neuen Weg gemeinsam zu gehen.

Besten Dank an die Einbecker Morgenpost für die Veröffentlichung dieses Artikels!!