Rückblick: Ein Jazz-Wochenende zwischen Esel, Neu Deli und Kammersaal
Einbeck hat am vergangenen Wochenende gezeigt, dass Jazz hier nicht nur ein zu Hause hat – und zwar durch die unaufgeregte, aber effektive Zusammenarbeit von Kultur im Esel, dem Kino Neu Deli und uns im Kammersaal. Es war eine stimmige Veranstaltungsfolte, die bewiesen hat, dass die kurzen Wege zwischen den Machern vor Ort den Jazzfreunden ein rundes Programm bescheren können.
Der Auftakt: Minimalismus und Klangräume
Den Anfang machte am Freitag mit dem dänischen Gitarrist Jakob Bro eine absolute Weltgröße bei Kultur im Esel. Wer technische Kabinettstückchen erwartete, wurde eines Besseren belehrt: Bros Stil lebt von Texturen, Klangfarben und dem bewussten Nutzen von Raum. Zusammen mit Thomas Morgan am Kontrabass und Joey Baron am Schlagzeug feierte er das zehnjährige Jubiläum seines Albums „Streams“. Die Musik war geprägt von klaren, langgezogenen Tönen, die eine fast schwebende Atmosphäre erzeugten. Es ging nicht um Selbstdarstellung, sondern darum, der Musik ihre eigene Richtung zu lassen – ein konzentrierter und atmosphärischer Start in das Wochenende.
Von der Bühne auf die Leinwand
Am Samstag wanderte das Geschehen ins Neu Deli. Mit dem Dokumentarfilm „Music for Black Pigeons“ lieferte das Kino die passende filmische Ergänzung zum Vorabend. Die Filmemacher Jørgen Leth und Andreas Koefoed haben Jakob Bro über 14 Jahre begleitet und dabei Einblicke in die Arbeitsweise und die Kameradschaft zwischen Musikern wie Bill Frisell oder Lee Konitz gegeben. Es war eine gute Gelegenheit, die Dynamik hinter den Kulissen zu verstehen, bevor es am Sonntag wieder live weiterging. Bevor der Film begann hat Filmvorführer Bernd Stellbogen dann schon mal mit dem Abspielen eines Musikvideos des Torkler-Bornstein-Duos auf der Kinoleinwand Lust und Laune darauf gemacht, im Anschluss an dieses Filmerlebnis dann das Jazzwochendende direkt im Anschluss an diesen Film beim Livekonzert im Kammersaal ausklingen zu lassen.

Der Abschluss: Das Torkler-Bornstein Duo im Kammersaal
Den Abschluss fand das Wochenende schließlich bei uns im Kammersaal mit dem Torkler-Bornstein Jazzduo. Das Zusammenspiel von Wolgang Torkler am Klavier und Rene Bornstein am Bass sorgte für einen entspannten Ausklang. Die Rahmenbedingungen passten: Unser Steinway & Sons Flügel wurde von Wolfgang Torkler gefeiert und auch die optische Komponente stimmte. Durch amberfarbene Spots und die dezent gedimmten Kronleuchter entstand eine Atmosphäre, die die Ruhe der Musik wunderbar unterstrich.
Das Wochenende hat deutlich gemacht, wie gut das Zusammenspiel der Veranstalter in Einbeck funktioniert. Wenn Kultur-im-Esel, das Neu Deli und der Kammersaal ihre Termine und Inhalte so abstimmen, entsteht für das Publikum ein echter Mehrwert. Es war eine solide, gut kuratierte Reihe, die Lust auf weitere gemeinsame Projekte dieser Art macht.
Special an diesem Abend: Die Meet5-Bianca in der ersten Reihe – vielen Dank für Deinen Besuch













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